Vivaldi 1.2 – Hilfreicher Browser für Webentwickler und Designer?

Vivaldi im Test: Wir haben uns den Browser in der neuen Version 1.2 einmal genauer angeschaut um herauszufinden, ob er für Webentwickler und Designer Vorzüge zu anderen Browsern bietet.

Der Browser Vivaldi steht seit ca. zwei Monaten in seiner ersten Version zum Download bereit. Jetzt wurde das erste Update für den Browser veröffentlicht, um weitere Verbesserungen vorzunehmen. Bei Vivaldi handelt es sich um einen neuen Web-Browser von dem Opera-Mitgründer „Jon von Tetzchner“.

Einen groben Überblick und weitere Informationen zu Vivaldi findet ihr in einem älteren Blogartikel. In diesem Beitrag möchten wir intensiver auf Funktionen und Usability des Browsers eingehen und die Vor- und Nachteile für Webdesigner und Webentwickler offenlegen.

Wieso Vivaldi?

Da der Browser stark durch seine Flexibilität und Anpassbarkeit beworben wird, könnte er den Arbeitsfluss deutlich beschleunigen. Zeitersparnis ist für Selbstständige, Unternehmen und Agenturen bares Geld und gerade für Webworker, die viel Zeit in Browsern verbringen, könnte dies von Vorteil sein.

Browser-Check: Erster Eindruck

Der erste Eindruck nach der Installation war durchweg positiv. Beim ersten Start des Browser kann der Look aus mehreren Designs gewählt werden sowie die Position der Haupt-Elemente wie  Top-Bar, Tabs und des Panels. Zusätzlich kann ein Hintergrund-Bild für die Favoriten-Ansicht beim Öffnen eines neuen Tabs gesetzt werden. Die Opera-Einflüsse bei Vivaldi sind nicht zu übersehen und die Oberfläche erinnert stark an den Opera-Browser. Wer von euch bereits mit Opera gearbeitet hat, findet sich schnell in der Oberfläche wieder. 

Erster Eindruck: Vivaldi Browser-Oberfläche

Tastenkürzel und Gesten

Ein besonderes Augenmerk bei der Entwicklung des Browsers wurde auf die Implementierung von Tastenkürzeln und Gesten gelegt. Diese sollen es ermöglichen, Aktionen auf schnellstem Weg umzusetzen. Die Liste an Funktionen, die mit Kürzeln belegt werden kann, deckt die gesamte Funktionspalette des Browser ab. Wie viele schlussendlich dann wirklich regelmäßig genutzt werden, bleibt abzuwarten.

Eine wirkliche Neuerung ist die Nutzung von Mausgesten im Browser. Diese Funktion ist uns bei Vivaldi das erste Mal aufgefallen. Dank der Gesten können ebenfalls alle Funktionen des Browser mit der Maus ausgeführt werden ohne den Fokus der aktuellen Webseite zu verlieren. Einfache auf, ab, links, rechts Mausbewegungen mit gedrückter rechter Maustaste führen die Funktionen wie Seite neu laden oder vor –und zurückspringen aus. Nach etwas Zeit zum Eingewöhnen ist dies ein nettes Feature mit hohem Potenzial, um sein Ziel schneller zu erreichen. Alle Gesten und Tastenkürzel können in den Einstellungen unter Tastatur bzw. Maus konfiguriert werden.

Browser-Steuerung: Tastenkürzel und Gesten bearbeiten

Lesezeichen und Schnellwahl

Die Lesezeichenverwaltung und Schnellwahl wurde fast identisch von Opera übernommen. Das System bietet für Nutzer mit vielen Lesezeichen eine hohe Transparenz und gute Erreichbarkeit der Favoriten. Anders als bei Opera werden bei Vivaldi Linkgruppen in der Schnellwahl jedoch nicht in einem Pop-Up geöffnet, sondern auf der gesamten Seite des Tabs.

Praktisch: Die Schnellwahl-Tabs

Vivaldi-Funktionen für Webworker

Für Webprogrammierer sind gängige Entwicklertools im Web-Browser eine große Hilfe. Bei Vivaldi sind diese, wie bei vielen anderen Browsern auch, bereits enthalten.

Allerdings stechen sie nicht gerade auffallend heraus. Der Aufbau und die Darstellung sind mit den Entwicklertools aus Opera vergleichbar und bieten im Vergleich zu anderen Browsern keinerlei Vorteile.

Ein sehr nettes Feature ist die Darstellung mehrerer Tabs in einem Browserfenster. Über das Rechteck-Symbol in der Fußleiste des Browser können bis zu vier Tabs gleichzeitig dargestellt werden. Gerade bei Recherchen und Content-Arbeiten kann so in einem Browserfenster gearbeitet werden, ohne mit Tab die Fenster wechseln zu müssen. Diese Funktion eignet sich besonders gut für größere Bildschirme.

Splitt-Bildschirm: mehrere Tabs in einem Fenster

Des Weiteren wurden in Vivaldi einige Webseiten-Aktionen mit eingebaut. Folgende Aktionen sind verfügbar:

  • Content-Blocker
  • CSS-Debugger
  • Filter Schwarz und Weiß
  • Filter Graustufen
  • Filter Intensiv
  • Filter Invertieren
  • Filter Obscure
  • Filter Serpia
  • Fonts Monospace
  • Highlight focus
  • Highlight hover
  • Bild Verzerren
  • Transform 3D
  • Transition erzwungen
  • Transition entfernt

Nicht alle diese Funktionen sind für Webdesigner oder Webentwickler brauchbar, aber gerade der CSS-Debugger verrät einem schnell den groben Aufbau einer Website.

Fazit:

Vivaldi ist ein schicker neuer Browser mit vielen nützlichen Funktionen, die jedoch mit etwas Eingewöhnungszeit verbunden sind. Besonders gut gefallen haben uns die Multi-Tab-Fenster und die schier endlosen Einstellungsmöglichkeiten, die Vivaldi bietet.

Es gibt jedoch auch Kritikpunkte. Der Webseitenaufbau erschien uns etwas langsamer als unter Google Chrome oder Safari. Im Punkto Performance wäre es also schön, wenn noch etwas mehr Leistung aus dem Browser herausgeholt werden kann. Ein weiterer Negativpunkt sind die Entwicklertools, die keine großen Verbesserungen oder Innovationen bieten.

Diejenigen unter euch die gerne mit Shortcuts und vielen Lesezeichen arbeiten, sollten einen Blick auf Vivaldi auf jeden Fall riskieren. Interessant sind auch die Gesten mit der Maus. Die Bedingung erfordert etwas Übung, jedoch nach einigen Stunden gingen sie locker von der Hand und können den Arbeitsfluss verbessern.

Euch hat das kleine Review gefallen und ihr seid Neugierig auf den Browser Vivaldi geworden? Dann ladet ihn unter vivaldi.com herunter und teilt uns eure Erfahrungen mit.

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One Reply to “Vivaldi 1.2 – Hilfreicher Browser für Webentwickler und Designer?”

  1. Super Beitrag, gefällt mir. Ich selber nutze Vivaldi nun seit ca. einem Jahr und bin damit sehr zufrieden. Mir persönlich sind viele Kleinigkeiten bei einem Browser wichtig, welche Vivaldi liefern kann.
    Klar gibt es noch ein paar Kritikpunkte aber durch die regelmäßigen Updates bekommt man aktiv mit, dass sich immer wieder neues hinzu kommt und altes verbessert wird.

    Performance mäßig empfinde ich Vivaldi mindestens genauso schnell wie Chrome (wenn nicht sogar schneller).

    PS: Früher war ich Chrome-Fan und nun absoluter Vivaldi Liebhaber! 🙂

    Gruß Dennis

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